Ernährungspyramide neu
Die Österreicher/innen essen zu fett und zu salzig, Kinder essen auch zu süß und wir alle zu wenige Ballaststoffe. Der Obst- und Gemüsekonsum ist durchwegs zu niedrig, klar zu selten essen wir Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, dafür zu häufig Fleisch- und Wurstwaren, vor allem die Männer. Durch „richtige“ Ernährung können andererseits Lebensjahre in Gesundheit gewonnen werden. Das ist wissenschaftlich unstrittig. Wer ausgewogen isst und trinkt, senkt sein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, für Altersdiabetes und Gicht. Und ganz nebenher steigt auch das persönliche Wohlbefinden, das Körpergewicht bleibt im Normbereich.
Ernährungspyramide neu
Lange Zeit war in Österreich eine Vielfalt von Ernährungspyramiden im Umlauf: Pyramiden von Fachorganisationen, von Handelsfirmen und Unternehmen, internationale Modelle oder solche zu alternativen Ernährungsmodellen. Dies führte zu großer Unsicherheit, Missverständnissen und Fehlinterpretationen in der österreichischen Bevölkerung und birgt letztlich auch die Gefahr, dass die Menschen gar keine Empfehlungen mehr ernst nehmen.
Deshalb beauftragte Minister Stöger im Spätsommer 2009 den Obersten Sanitätsrat, eine einheitliche Ernährungspyramide für Österreich zu erarbeiten. An der Erarbeitung waren erstmals alle maßgeblichen, namhaften Organisationen im Bereich Gesundheitsförderung und Ernährung beteiligt.
Unter der Federführung des Bundesministeriums für Gesundheit einigte man sich Ende November auf die Eckdaten einer neuen österreichischen Ernährungspyramide, die die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und österreichische Spezifika berücksichtigt. Erstmals ist somit gelungen, dass klare und einheitliche Leitlinien und Ernährungsempfehlungen vorhanden sind und es besteht die große Chance, dass diese Botschaften zu allen durchdringen und sich nachhaltig und langfristig in unseren Köpfen festsetzen! Seit Anfang März 2010 liegt die grafische Umsetzung vor.
7 Stufen zur Gesundheit
Die Pyramide beruht auf ernährungsphysiologischen Grundsätzen und übersetzt sie in lebensmittelbasierte Richtlinien. Ihre Bausteine entsprechen in ihrer Verteilung den zeitgemäßen wissenschaftlichen Empfehlungen. In ihrer einfachen bildlichen Darstellung ist sie eine praxisbezogene Hilfe zur Umsetzung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und bietet eine ideale Orientierungsmöglichkeit für optimale Mengenverhältnisse, ohne den persönlichen Freiraum und eigene Vorlieben dabei außer Acht zu lassen.
Die Basis der in der Pyramide empfohlenen Ernährung bilden kalorienarme Getränke, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sowie die diversen Getreideprodukte. Immer wieder sollen auch Vollkornprodukte gegessen werden. Sie halten zusammen mit Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten die Verdauung in Schwung und schützen den Darm. Täglich drei Milchprodukte ergänzen den Speiseplan optimal. Am besten sind hier zwei Portionen „weiß“ (Joghurt, Buttermilch, Sauermilch, Topfen, Hüttenkäse etc.) und eine Portion „gelb“ (Käse). Fisch sollte idealerweise zweimal die Woche am Speiseplan stehen. Fleisch ODER Wurstwaren dafür nicht öfters als dreimal die Woche und drei Eier pro Woche sind ok. Mit Fett geht man am besten sparsam um. Wichtig ist hier Qualität und Abwechslung – hochwertige Pflanzenöle, Nüsse oder Oliven sind „gutes Fett“. Den Gipfel der Pyramide bilden Süßigkeiten, fette und salzige Snacks, Limonaden, gebackenes oder fettes Fast Food. Solche „Gipfelgenüsse“ kann man sich ohne schlechtes Gewissen jedenfalls hin und wieder gönnen.
Zwei druckfähige PDF-Dateien der Ernährungspyramide können Sie hier herunterladen.
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- 05.03.2010 | © FGÖ