Benutzerspezifische Werkzeuge
Startseite / Der FGÖ / Infos / Archiv / Gesunde Strategien für den Stressberuf Bürgermeister

Gesunde Strategien für den Stressberuf Bürgermeister

In speziellen Seminaren des FGÖ steht die Gesundheit von Österreichs Bürgermeister/innen im Mittelpunkt. Diese erfahren dabei  auch gleich, wie sie ihre Gemeinden gesünder gestalten können.

20 Orts-Chefs beim Frühsport. Kein alltägliches Bild. Beim Seminar für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) gehört das gemeinsame „Aktive Erwachen“ mit leichten Dehn- und Kräftigungsübungen zum Vormittagsprogramm. Vier Tage lang geht es einmal auch um das persönliche Wohlbefinden der Ortsoberhäupter. Denn an der Spitze einer Gemeinde zu stehen ist ein Stressberuf. Arbeitsbelastungen von 70 und 80 Stunden pro Woche sind nicht selten. Viele hatten seit Jahren keinen Urlaub.

„Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben viel zu tun und nehmen oft zu wenig Rücksicht auf die eigene Gesundheit“, weiß Helmut Mödlhammer, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, der die Seminare gemeinsam mit dem FGÖ gestaltet hat und Bürgermeister der Gemeinde Hallwang im Salzburger Land mit rund 3.800 Einwohner/innen. Mödlhammer hat im April selbst an einem der Kurse teilgenommen, die im Hotel Larimar in Stegersbach im Burgenland stattfinden.

Gesundheit für alle
„Bei unseren Seminaren geht es um die persönliche Gesundheit, die mit Checks überprüft und durch Anregungen für Ernährung, Bewegung und mehr Achtsamkeit für das seelische Wohlbefinden gefördert wird. Zudem wollen wir Know-how vermitteln, wie Gesundheitsprojekte in einer Gemeinde verwirklicht oder diese insgesamt gesundheitsförderlicher gestaltet werden kann“, erklärt Ing. Petra Gajar. Die Gesundheitsreferentin beim FGÖ hat das Konzept für die Seminare erarbeitet und leitet diese. Die Kurse sind auf 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschränkt, fanden bislang dreimal statt und waren jedes Mal innerhalb weniger Tage ausgebucht.

Sie beginnen mit einem gemeinsamen Mittagessen und einer Einführung in die Gesundheitsförderung. An den folgenden Tagen lernen die interessierten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zum Beispiel verschiedene Bewegungsübungen kennen, die einfach auszuführen sind und leicht in den Alltag eingebaut werden können. Oder sie können sich in Theorie und Praxis damit auseinandersetzen, wie sie mit Stress umgehen und über welche persönlichen Ressourcen für Gesundheit sie verfügen.

Bewegung, Ernährung und kein Stress
In einem Vortrag wird erläutert, wie Essen und Trinken aus Sicht der Ernährungswissenschaft die Grundlage für Wohlbefinden und Leistungskraft darstellen. Ein abendliches „Kamingespräch“ mit Gemeindbundpräsident Helmut Mödlhammer und Vertreter/innen des Fonds Gesundes Österreich ist ebenfalls Inhalt des Seminars. Auch das ist keineswegs selbstverständlich: Hier haben Orts-Chefs die seltene Gelegenheit, sich einmal außerhalb ihres Arbeitsalltags mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.

Außerdem kann die eigene Gesundheit überprüft werden. Je nach Leistungsfähigkeit und gewünschten Ausmaß stehen dafür zwei Methoden zur Verfügung: ein Muskelfunktionstest, bei dem im Anschluss auch detaillierte Trainingsempfehlungen gegeben werden sowie eine Gesundenuntersuchung. Am Abschlusstag wird nochmals thematisiert, wie Gesundheitsförderung in den Gemeinden praktisch umgesetzt werden kann, um allen Bürger/innen mehr Lebensqualität zu ermöglichen.

Eine großartige Idee

„Das Seminar für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ist eine großartige Idee“, meint Andreas Haitzer, der im April teilgenommen hat. Er ist Bürgermeister von Schwarzach mit rund 3.600 Einwohner/innen, das auf der Salzburger „Sonnenterrasse“ im Pongau gelegen ist und begeisterter Hobbyläufer. Pro Jahr legt Haitzer rund 2.500 Jogging-Kilometer zurück. Deshalb zählt er sich nicht unbedingt zu jenen, die für sich selbst Anregungen für eine gesündere Lebensweise benötigen. Das Seminar sei jedoch ein Anstoß gewesen, für die Bürger/innen von Schwarzach und der Nachbargemeinde Goldegg das Projekt „Bewegte Sonnenterrasse“ durchzuführen. Dieses soll möglichst viele Menschen nachhaltig zu bewegungsorientierter Gesundheitsförderung anregen, zum Beispiel durch Nordic Walking oder Yoga. Die Auftaktveranstaltung hat im September stattgefunden.

„Oft ist einem sehr wohl bewusst, was man tun müsste, um gesünder zu leben, aber von sich aus tut man es nicht“, weiß Helene Schwarz, Orts-Chefin des Weinortes Sooß bei Baden mit rund 1.100 Einwohner/innen. „Das Seminar war für mich deshalb sehr vorteilhaft, weil es mich angeregt hat, verschiedene gesunde Verhaltensweisen auch tatsächlich umzusetzen.“ Für Schwarz heißt das unter anderem, dass sie gelernt habe, auch einmal „Nein“ zu einem Anliegen zu sagen. „Außerdem mache ich jetzt regelmäßig gesunde Bewegung und gehe zwei- bis dreimal pro Woche Rad Fahren, Schwimmen oder Walken“, sagt die Bürgermeisterin.

Zeit für sich selbst
„Ich habe vom Seminar sehr profitiert“, betont auch Gemeindebundpräsident Mödlhammer. Er achte jetzt mehr auf gesunde Ernährung, mache täglich leichte Bewegungsübungen und gehe zweimal in der Woche Nordic Walken. Fast noch wichtiger sei aber gewesen, dass die seelische Gesundheit ebenfalls Bestandteil des Seminarprogramms ist. Mödlhammer: „Zu den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern kommen sehr viele Menschen mit ihren Problemen. Deshalb müssen sie oft auch lernen, die Dinge nicht zu nahe an sich herankommen zu lassen.“ Die meisten Ortschefs sollten zudem besser darauf achten, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Für Mödlhammer heißt das, das er versucht, sich zumindest einen halben Tag pro Woche frei zu nehmen. „Wir sollten nicht den Fehler machen, uns für unersetzbar zu halten“, meint er. „Sonst werden wir mit der Arbeit nie fertig.“

Wann und wo
Das nächste Seminar für Bürgermeister/innen – Teil 1 findet von Samstag 6. November 10:00 Uhr bis Dienstag 9. November 16:00 Uhr im Larimar Hotel in Stegersbach im Burgenland statt. Anmeldungen sind nach einem einfachen und kostenlosen Login bis 22. Oktober über das Internet unter weiterbildungsdatenbank.fgoe.org möglich, wo sich auch nähere Informationen zu der Veranstaltung finden. Die Seminargebühr beträgt 450,00 Euro.

ZITATE:
„Ich habe vom Seminar sehr profitiert.“
BM Helmut Mödlhammer, Präsident des österreichischen Gemeindebundes

„Das Seminar ist eine großartige Idee.“
Andreas Haitzer, Bürgermeister von Schwarzach im Pongau

„Oft ist einem sehr wohl bewusst, was man tun müsste, aber von sich aus tut man es nicht.“
Helene Schwarz, Bürgermeisterin von Sooß bei Baden

 
 
Schriftgröße
Newsletter
 
Ernährungshotline

Telefon 0810 810227
Mo - Fr, 9 - 15, max. € 0,10/Min
ernaehrungshotline@goeg.at

 

Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

Diese Website erfüllt die folgenden Standards: