„Gender friendly Hospital“
Wie in fast allen gesellschaftlichen Dimensionen bestehen auch in Bezug auf Gesundheit und Krankheit Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Leider finden frauen- und geschlechtsspezifische Themen im Gesundheitswesen nach wie vor zu wenig Beachtung. Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, sowohl was das Erarbeiten von allgemein gültigen Kriterien, als auch was die Entwicklung von Strategien zur Umsetzung einer gender- gerechten Gesundheitsförderung betrifft.
Am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Linz (AKH) haben die Soziologin und Leiterin des Sozialdienstes, Mag. Dr. Anna Maria Dieplinger, und die Allgemeinmedizinerin und Public Health Expertin Dr. Anna Labek mit dem Projekt „Gender Medicine“ nun weltweit erstmals den Begriff einer „geschlechtsspezifischen Gesundheits- und Krankheitsversorgung“ definiert und mit der Festlegung von Zielen und Maßnahmen den Grundstein für deren praktische Umsetzung in einem „Gender friendly Hospital“ gelegt.
Innerhalb eines halben Jahres wurden in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe elf Leitlinien für eine genderspezifische Gesundheitsförderung in der Institution Krankenhaus entwickelt, welche sowohl medizinische bzw. pflegerische als auch soziale und organisatorische Aspekte umfassen.
Ziel ist die Förderung einer patientenorientierten, individuelleren und geschlechtssensibleren Sichtweise und eine entsprechende Umsetzung im Gesundheitssystem - „Gender Health“ also eine Medizin, welche den Bedürfnissen des natürlichen, biologischen und sozialen Geschlechts eines Patienten gerecht wird.
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- 13.01.2006 | © FGÖ