Als ob ein Teil des Ichs genommen wäre
Macht Arbeitslosigkeit krank oder Krankheit arbeitslos? Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit sind durch die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung von besonderer Bedeutung. Ende April befasste sich eine Konferenz in Düsseldorf mit „Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen“. Veranstalter war das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (LIGA.NRW). Zu den zentralen Erkenntnissen zählte, dass gesundheitliche Einschränkungen von Arbeitslosen zu den wichtigsten Hemmfaktoren für die Wiedereingliederung am Arbeitsmarkt zählen. Dennoch sind Ansätze der Prävention und Gesundheitsförderung für diese Zielgruppe bislang in Deutschland nur in geringem Maß entwickelt worden. Dabei ist das Problem alles andere als neu. Einer der Hauptredner, Dr. Alfons Hollederer vom LIGA.NRW zitierte eine „Denkschrift“ aus dem Jahr 1931 mit dem Titel „Arbeitslosigkeit: Ein Problem der Volksgesundheit“. Darin hieß es damals schon: „Es ist eine bekannte Tatsache, dass fleißige Arbeiter, denen die Arbeitsmöglichkeit plötzlich entzogen wird, seelisch und körperlich schwer leiden und auch daran direkt zugrunde gehen können. Es ist so, als ob ihnen ein Teil ihres eigenen Ichs genommen wäre.“
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- 19.06.2009 | © FGÖ