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Anerkennung erhält uns gesund

Jeder kennt Situationen, in denen er wirklich ganz sicher war, gute Arbeit geleistet zu haben – für die er dann keine Anerkennung erhalten hat. Solche „Gratifikationskrisen“ im Erwerbsleben wirken sich nicht nur auf die psychische, sondern auch auf die körperliche Gesundheit negativ aus. Das zeigte Univ.-Prof. Dr. Johannes Siegrist in eindrucksvoller Weise in einem Referat, das Ende Oktober im Rahmen der Jour fixe-Vortragsreihe des Ludwig Boltzmann-Institutes für Gesundheitsförderungsforschung in Wien stattfand. Der Direktors des Institutes für Medizinische Soziologie an der Universität Düsseldorf: „Anerkennung kann in Form von Lohn und Gehalt, Arbeitsplatzsicherheit und Aufstiegsmöglichkeiten oder auch in Form von Wertschätzung erfolgen. Diese drei Komponenten sind gleichermaßen wichtig für das Gleichgewicht zwischen Verausgabung und Belohnung im Erwerbsleben.“

Wissenschaftlicher Belege für das Modell der Gratifikationskrisen liefert unter anderem die britische Whitehall II-Studie. Wer sich in hohem Maß verausgabt und in geringem Maß belohnt wird, hat ein rund zweieinhalb Mal höheres Risiko für Neuerkrankungen an Herz und Kreislauf, aber auch für das Auftreten depressiver Störungen als diejenigen, die davon nicht betroffen sind. Siegrist: „Soziale Anerkennung ist ein psychosozialer Schutzfaktor, der das Risiko stressassoziierter Erkrankungen und Funktionseinschränkungen signifikant verringert.“  Doch wie kann Arbeit so gestaltet werden, dass der Stress reduziert wird? Auch dafür gab der Vortrag Anregungen: Auf intrapersoneller Ebene kann die Kompetenz, Probleme zu lösen gestärkt und Entspannungsverfahren können angewendet werden. Auf Gruppenebene sind Kooperation und ein konstruktiver Umgang mit Konflikten sowie die Qualität des Führungsverhaltens wichtig. Auf organisatorischer Ebene sollten die Arbeitsprozesse und -strukturen optimiert sowie  der Personalentwicklung große Bedeutung zugemessen werden.

 
 
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