Die Überwindung der Ich-Sucht
Immer häufiger ist in der Arbeitswelt von „Sozialkompetenz“ die Rede. Immer öfter wird sie von Seite der Unternehmen nachgefragt. Doch was versteht man eigentlich darunter? – In ihrem neuesten Werk „Die Überwindung der Ich-Sucht“ widmet sich die renommierte Hochschullehrerin und Psychoanalytikerin Rotraud A. Perner diesem Thema. Die Autorin erteilt einem weit verbreiteten Verständnis von sozialer Kompetenz eine Absage. Sie führt aus, dass sich diese nicht bloß aus Fähigkeiten zusammensetzt, die in Kursen rasch erlernbar wären. Standardisierte Fertigkeiten können zwar dabei helfen, soziale Situationen angemessen zu bewältigen. Viel wesentlicher sind aber charakterliche Eigenschaften und eine grundsätzlich soziale Haltung. Sozialkompetenz bedeutet demnach, soziale Spannungen, Ungerechtigkeiten und Machtbestrebungen bei sich selbst wie bei anderen wahrzunehmen und in der Folge auch salutogener, das heißt gesundheitsfördernder, damit umzugehen. Denn mittels Täuschung, Manipulation, Gewalt oder Zynismus verliert sowohl das Gegenüber als auch man selbst Energie, die man sinnvoller, vor allem aber lustvoller einsetzen könnte. Kompetent und konsequent zeigt dieses Werk, wie wir unsere soziale Umwelt umfassend wahrnehmen und soziale Kompetenz erwerben können.
Rotraud A. Perner: „Die Überwindung der Ich-Sucht – Sozialkompetenz und Salutogenese“. Studienverlag, Innsbruck, Wien, Bozen, 200 Seiten, 19,90 €, ISBN: 978-3-7065-4720-8.
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- 03.10.2009 | © FGÖ