Gesund arbeiten bei einem Stahlerzeuger
„Jedes Unternehmen wünscht sich zufriedene und motivierte Beschäftigte. Die Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein gutes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen“, weiß Mag. Josef Luipl, Personalchef und „Gesundheitsmanager“ der Böhler Edelstahl GmbH & Co KG mit Hauptsitz in Kapfenberg. Das Unternehmen gehört weltweit zu den bedeutendsten Anbietern von Schnellarbeitsstählen, Werkzeugstählen sowie von Sonderwerkstoffen, die höchster Beanspruchung stand halten. Die rund 2.000 Beschäftigten sind häufig hohen Belastungen ausgesetzt. Böhler führt deshalb schon seit 2003 Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) durch. Eine Steuerungsgruppe leitet die Umsetzung. Neben Luipl gehören ihr auch ein Arzt und eine Ärztin an, eine Psychologin und ein Sportwissenschafter, zwei Betriebsräte, eine Betriebsleiterin, ein Personalentwickler sowie eine Sicherheitsfachkraft. In den Betrieben gibt es nicht weniger als 55 Gesundheitsmoderator/innen, die mit den anderen Mitarbeiter/innen Gesundheitszirkel durchführen. Bei diesen werden gemeinsam Gesundheitsziele erarbeitet, und es wird beschlossen, mit welchen Mitteln diese erreicht werden sollen. Für diese nachhaltige BGF-Struktur wurde der Firma vom Österreichischen Netzwerk BGF für den Zeitraum 2009 bis 2011 das BGF-Gütesiegel wiederverliehen. Vom Fonds Gesundes Österreich erhielt Böhler Edelstahl im Rahmen der Wiederverleihung einen Geldbetrag von € 5.000 zur Verwendung für Gesundheitsförderungsmaßnahmen.
Die Bandbreite der praktischen Maßnahmen ist groß. 2008 wurden „Rückenbeschwerden“ als Jahresthema gewählt. Böhler bietet für Gruppen kostenlose Wirbelsäulengymnastik an, die mit einem ärztlichen diagnostischen Check beginnen. Lauftreffs und Radfahrgruppen gehören ebenso zur Betriebskultur wie ein Fitnessraum. „Der Business Lauf in Bruck an der Mur ist für uns jedes Jahr ein Highlight“, erzählt der Personalchef. „Mit über 200 Beschäftigten stellen wir dort das größte Kontingent.“ Gesundheitsförderungsgespräche, gesunde Gestaltung der Arbeitsplätze sowie optimale Arbeitsabläufe sind weitere Bestandteile der BGF bei Böhler. Bei dem steirischen Unternehmen wird auch in Zeiten der Krise nicht auf die Gesundheit vergessen: „Wir nutzen die Kurzarbeit aktuell dazu, weitere Beschäftigte in zweitägigen Seminaren zu Gesundheitsmoderatorinnen und -moderatoren auszubilden“, sagt Mag. Luipl. Ebenso gibt es ein Gesundheitstraining für alle Führungskräfte und Gesundheitsmoderator/innen. Letztere sollen zukünftig auch durch das Programm „Mitarbeiter/innen bewegen Mitarbeiter/innen“ weitere Beschäftigte zu gesundheitsförderlicher körperlicher Aktivität anregen.
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- 13.01.2006 | © FGÖ