Globale Konferenz zur Gesundheitsförderung
1986 fand in Kanada die erste internationale Konferenz zum Thema Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation WHO statt. Das Resultat ist bekannt: Das Schlussdokument, die Ottawa Charta, ist bis heute Leitfaden und Inspiration der Gesundheitsförderung. Sie setzt auf die drei Strategien: Die erste ist Vernetzung, die zweite „Advocacy“, also anwaltschaftliches Eintreten von Expert/innen für die Interessen von Individuen und Gruppen, die dritte Strategie ist „Empowerment“, also Menschen dazu zu befähigen, für ihre Gesundheit selbst Sorge zu tragen und sie zu stärken.
Die siebte Tagung für Gesundheitsförderung der WHO Ende Oktober war die erste in Afrika. Veranstaltungsort war Nairobi, die Hauptstadt von Kenia. Die viertägige Konferenz wurde von Mwai Kibaki, dem kenianischen Präsidenten, eröffnet. „Dass die Tagung in Afrika veranstaltet wird, ist ein deutliches Signal, dass die Gesundheitsprobleme unseres Kontinentes in Angriff genommen werden müssen“, sagte der Regierungschef von Kenia. Eine der zahlreichen Herausforderungen sei die hohe Säuglings- und Müttersterblichkeit. In Kenia etwa sterbe jede Minute eine Frau bei oder nach einer Geburt.
Kann die Gesundheitsförderung zur Lösung von grundlegenden Problemen der Gesundheitsversorgung beitragen? Dazu Dr. Luis Gomes Sambo, Regional Director for Africa der WHO: „Die Gesundheitsförderung sollte bei der Umsetzung von gesundheitlicher Grundversorgung eine wichtigere Rolle spielen. Durch die Strategien der Gesundheitsförderung kann festgestellt werden, welche Gesundheitsbedürfnisse für die Menschen am dringlichsten sind.“
Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich, ist auch Vorsitzender des International Network of Health Promotion Foundations (INHPF) und hat dieses auf der Tagung in Nairobi vertreten. „Die Konferenz war auch eine Möglichkeit, das INHPF zu präsentieren, weitere Nationen, unter anderem aus Asien und dem pazifischen Raum für eine Mitgliedschaft zu interessieren und dieses für die globale Gesundheitsförderung wichtige Netzwerk zu stärken“, sagt Hörhan. Das INHPF konnte seine Positionen auch im Abschlussdokument, der von 600 Delegierten aus 100 Ländern besuchten WHO-Konferenz in Nairobi festschreiben.
Der „Nairobi Call for Action“ stellt fest, dass Gesundheitsförderung die zentrale und kostengünstigste Strategie ist, um die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen zu verbessern sowie gesundheitliche Ungleichheit und Armut zu reduzieren. Gleichzeitig bestehe aber eine große Kluft zwischen den hohen Zielen der Gesundheitsförderung und dem weltweit geringen Ausmaß an Umsetzungsmaßnahmen. Deshalb müssen auf nationaler Ebene Regierungen und andere Institutionen für die Umsetzung folgender fünf Strategien Verantwortung übernehmen:
- Gesundheitsförderung soll ein Mainstream-Thema werden,
- Gruppen und einzelne Menschen sollen befähigt werden, ihre Gesundheitschancen zu nutzen,
- Beteiligungsprozesse sollen gefördert werden,
- Wissen soll aufgebaut und angewendet werden,
Die Teams, die im Bereich Gesundheitsförderung tätig sind, sollen gestärkt werden.
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- 22.12.2009 | © FGÖ