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So bleiben Bauarbeiter gesund

„Wer mit 45 keine Kreuzschmerzen hat, war faul.“ – „Das glauben viele Bauarbeiter sagt Ing. Markus Roubin, der Leiter der Abteilung Arbeitssicherheit bei der HABAU Unternehmensgruppe mit Sitz in Perg in Oberösterreich und 3.600 Mitarbeiter/innen in Österreich und anderen Ländern. Roubin weiß, wovon er spricht. Als Bauleiter war er schon für viele Großprojekte zuständig, darunter den Tower des Wiener Flughafens.

 

Um den Menschen am Bau zu zeigen, dass es auch anders geht, setzt Roubin mit der Physiotherapeutin und Coaching-Expertin Carmen Schwarz das gemeinsam entwickelte Programm Habaufit um. Zentraler Bestandteil sind Ergonomieworkshops, die in Kombination mit einem Sicherheitscheck auf möglichst allen Baustellen des Unternehmens durchgeführt werden. Am Vormittag wird unter anderem das Arbeitsverhalten der Beschäftigten studiert und Kontakt mit dem Polier aufgenommen. Nach der Mittagspause steht gesünderes Arbeiten in Theorie und Praxis auf dem Programm.

 

Unterschiedliche Belastungen

 

„Die Belastungen der Bauarbeiter sind teilweise sehr unterschiedlich“, erklärt Roubin. Baggerfahrer müssen oft stundenlang dieselbe Haltung einnehmen. Maurer und Schalungsbauer häufig schwere Lasten heben. Die Gegenmaßnahmen sind ähnlich: Immer wieder zumindest kurzzeitig eine andere Haltung einzunehmen, die Arbeit so auszuführen, dass der Bewegungsapparat möglichst wenig belastet wird, sowie Ausgleichsübungen zu machen.

 

„Ganz wichtig ist, dass der Polier hinter unserem Projekt steht“, betont Roubin. Wo das der Fall ist und sich die Bauarbeiter auch gegenseitig gut kennen, ist es inzwischen nicht unüblich, dass in der Früh zuerst gemeinsam eine Dehnübung durchgeführt wird, bevor mit der Arbeit begonnen wird. Klar ist, dass Beschwerden des Bewegungsapparats, die bei HABAU für rund ein Drittel der Kosten durch Krankheiten verantwortlich sind, am Bau nicht völlig vermeidbar sind. Ihr Ausmaß und ihre Intensität kann jedoch durch Gegenstrategien in hohem Grad reduziert werden.

 

Umfassende BGF

 

In der HABAU Unternehmensgruppe ist Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfassend in der Unternehmenspolitik verankert. Das Spektrum reicht von der gesundheitsgerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen über Beratungen zum richtigen Ernährungsverhalten bis zu Workshops für Stressmanagement und Führungskompetenz. Ein Schwerpunkt liegt derzeit auf Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit.

 

Für die Auszubildenden gibt es spezielle BGF-Angebote. „Unser erster Workshop für Lehrlinge dauert drei Tage und heißt ,Jetzt geht’s los, aber was?’“, erklärt Roubin. „Sie lernen dabei unter anderem, wie ein Betrieb überhaupt funktioniert und was Teamkultur ausmacht.“ Ein zweiter Workshop für Lehrlinge widmet sich bei HABAU unter dem Titel „Safety pur“ dem Thema Sicherheit. Das Österreichische Netzwerk für BGF, www.netzwerk-bgf.at, hat HABAU vor Kurzem für seine nachhaltigen und qualitätsgesicherten Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung das BGF-Gütesiegel für den Zeitraum 2010 bis 2012 wieder verliehen. Dazu vergab der Fonds Gesundes Österreich einen Scheck über EURO 7.500, gewidmet für Gesundheitsförderungsmaßnahmen.

 

 
 
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