Wer pflegt, braucht selbst Hilfe
Wer einen demenzkranken Partner pflegt, hat selbst ein sechsfach erhöhtes Risiko für die Krankheit. Das zeigt eine Studie an mehr als tausend Ehepaaren im US-amerikanischen Bundesstaat Utah. „Die Pflege eines Angehörigen, besonders des Ehepartners, hat häufig negative körperliche und psychische Folgen für den Pflegenden“, sagt auch Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger: „Ständiger psychischer Druck, das Gefühl der Ausweglosigkeit, die Vernachlässigung eigener Interessen führen – oft ohne wahrgenommen zu werden – zu psychischen Zusammenbrüchen und Ausfallserscheinungen. Das ,Sich-immer-Zusammennehmen’ wird zur gefährlichen Falle und kann krank machen.“
Durch Information, Unterstützung und konkrete Hilfe kann Pflege hingegen als stressfrei und bereichernd erlebt werden. Dazu will die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger wesentlich beitragen, die vom Österreichischen Roten Kreuz initiiert wurde. Hunderttausende Menschen sind betroffen – denn pflegende Angehörige sind gewissermaßen der größte „Pflegedienst“ in Österreich. Durch die Interessengemeinschaft sollen sie sich auch als gesellschaftspolitisch relevante Gruppe etablieren. Betroffene sollen durch die Vereinigung vernetzt und das öffentliche Bewusstsein sowie die Wertschätzung und Anerkennung für ihre Pflege- und Betreuungsleistungen erhöht werden.
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- 04.10.2010 | © FGÖ