Bewusstlos zum Schulschluss
Das Ende des Schuljahres wurde schon immer gebührend gefeiert. In den letzten Jahren war bei den Partys zum Schulschluss allerdings auch ein bedenklicher Trend zu exzessivem Alkoholkonsum zu verzeichnen. Entsprechende Events und Veranstaltungen, bei denen alkoholische Getränke in beachtlichen Mengen ausgeschenkt werden, verstärken diese Tendenz noch zusätzlich. Viele Veranstalter werben mit billigem Alkohol.
Bei solchen Gelegenheiten kommen große Mengen an Alkohol ins Spiel. Organisierte Maturareisen werben etwa mit „Sonne, Strand und jede Menge Alkohol“ oder „Die Matura Deluxe Card bietet euch bis zu 24h Happy Hour.“ Dass Alkohol ohne Einschränkung von den Jugendlichen erwartet wird, spiegelt das Kommentar eines Teilnehmers wider: „Der Alkohol am Abend war alles andere als gut. Es ist schon klar dass man für so viele Jugendliche die saufen wollen keine hochprozentigen Cocktails ausschenkt, aber am Abend hat man ja wirklich nur "Fruchtsäfte" bekommen.“ Eine anderes Stimme: „Was ich allerdings etwas schwach fand, war der Alkohol. Viel zu süß und viel zu schwach. Ich hab kein einziges Mal einen Rausch zusammengebracht. Dafür war das Bier wieder gut und recht süffig.“ Dazu Mag. Andrea Lins, Gesundheitsreferentin beim Fonds Gesundes Österreich: „Parties können auch anders als mit Alkohol gefeiert werden. Alkoholfreie Events und andere Freizeitaktivitäten sollten vermehrt stattfinden.“ In diesem Sinne fordert der Fonds die Event-Veranstalter auch auf verstärkt alkoholfreie Cocktails und dergleichen anzubieten. Der Verkauf von Alkopops an Jugendliche unter 18 Jahre sollte untersagt werden.
Von der Abschluss-Party ins Krankenhaus
Auf Schulschluss-Parties schütten viele Jugendlichen den Alkohol regelrecht in sich hinein. Kein Wunder also, dass sie nach einigen Bieren oder Alkopops schon eine lebensgefährliche Alkoholvergiftung haben können. Dementsprechend verzeichnen die Notaufnahmen der Krankenhäuser auch rund um das Ende des Schuljahres eine hohe Zahl von Kindern und Jugendlichen, die die Abschlussfeier nur mit medizinischer Hilfe überleben. Oft sind die Patienten erst elf, zwölf oder dreizehn Jahre alt. Sie müssen intensivmedizinisch versorgt werden und brauchen Leberschutzpräparate sowie hoch dosierte Vitamine.
Dennis Beck, der Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich empfiehlt stattdessen: „Seht euch die alkoholfreien Cocktail-Rezepte auf www.gesundesleben.at an. Das sind coole Alternativen zu harten Getränken.“
Immer nur Alkohol?
Gute Alternativen zum Kampftrinken auf Festen bietet auch das vom Fonds Gesundes Österreich geförderte Projekt “B’rauschend“ aus Salzburg zur Alkoholprävention bei Jugendlichen. U. a. mittels peer-group-education, MentorInnen-Ausbildung und spezifischen Events sollen die Kids eine risikofreie sowie jugendgerechte Partykultur kennenlernen und aktiviert werden, gesundheitsverträglicher mit Rauschmitteln – besonders mit Alkohol – umzugehen. Da der hohe Alkoholkonsum bei Festen besonders hervorgehoben wird, sind vor allem auch Veranstalter von Festen bzw. Vereine sowie Lokalbesitzer eingebunden und attraktive alkoholfreie Getränke werden offensiv angeboten, eine „Alkoholfrei-Bar“ wird installiert und Angebote wie „Happy-Hours“ werden entschieden vermieden. Im Gegenzug werden Angebote, die „Spaß machen“ in die Events eingebracht wie z. B. „ Limbo-Dance
Trinken mit Hirn
In welchen Dimensionen sich das Problem bewegt, zeigen Daten aus Studien: So hat die Anzahl der Jugendlichen, die über Rauschtrinken berichten, stark zugenommen. In Österreich antworteten in der so genannten HBSC-Umfrage (Health Behaviour in school-aged children) der WHO 35 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und 38 Prozent der gleichaltrigen Schüler, dass sie mindestens zweimal in ihrem Leben betrunken waren.
Dazu Dennis Beck: „Bier, Wein und Schnäpse sind verbreitete Genussmittel und Teil unserer Kultur. Allerdings sind die Grenzen zwischen Genuss, Konsum, Missbrauch und Abhängigkeit oft fließend. Und gerade die müssen die Jugendlichen kennen lernen.“ Diese Grenzziehung ist eines der zentralen Themen der Kampagne „Mehr Spaß mit Maß“.
Mehr Spaß mit Maß!
Mit seiner neuen Informations-Offensive unter dem Motto „Mehr Spaß mit Maß!“ sensibilisiert der Fonds Gesundes Österreich Jugendliche für einen maßvolleren Umgang mit Alkohol. In den kommenden Monaten wird diese Informationsoffensive vor allem durch gemeinsam mit Jugendlichen entwickelte TV-Spots sowie Inserate die jugendlichen ÖsterreicherInnen für mehr Bewusstsein im Umgang mit Alkohol sensibilisieren. „Der Kampagnentitel „Mehr Spaß mit Maß!“ macht schon deutlich, worauf es uns bei dieser Aktion ankommt“, so Beck. „Nicht den Spaßverderber zu spielen und schon gar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu arbeiten. Sondern Jugendliche zu einem selbständigen und reflektierten Umgang mit Alkohol anzuregen und deutlich zu machen, dass der Spaß dabei nicht auf der Strecke bleibt.“
Material
Texte, Grafiken, die TV-Spots und Printsujets (in druckfähiger Qualität) stehen als Download bereit.
Rückfragen
Dr. Birgit Kofler/Ulla Krenn
B&K – Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
T: 01/319 43 78 12
kofler@bkkommunikation.at
krennu@bkkommunikation.at
Mag. Markus Mikl, Pressereferent
Fonds Gesundes Österreich
T: 01/ 895 04 00 - 16
markus.mikl@fgoe.org
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- 05.07.2006 | © FGÖ