Arbeitsplatz/Betrieb
Das Setting Betrieb (Unternehmen, öffentliche Betriebe und Verwaltungen) eignet sich besonders gut, eine Vielzahl an Menschen strukturell mit Gesundheitsförderung zu erreichen.
Am Arbeitsplatz werden u. a. auch Zielgruppen wie niedrig qualifizierte, gering entlohnte und/oder prekär Beschäftigte („working poor“) gut erreicht, die höheren Belastungen ausgesetzt sind oder weniger Ressourcen zur Verfügung haben und somit höhere gesundheitliche Risiken haben.
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst entsprechend der Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union (1997) alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und der Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.Die Kombination von Ansätzen zur Schaffung von adäquaten, unterstützenden Bedingungen und Strukturen im Setting Arbeitswelt in Verbindung mit der Befähigung der Menschen, ihren Lebensstil gesünder zu gestalten, macht – kurz gefasst - das Wesen der BGF aus.
Ein verfolgenswerter Ansatz ist dabei u. a. jener des Sozialkapitals von Organisationen (Badura et al. 2008), der den Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen und gemeinsame Überzeugungen, Werte und Regeln im Betrieb richtet. Badura und Steinke ergänzen diesen Ansatz aktuell um die Berücksichtigung weiterer wesentlicher Aspekte wie der zentralen Bedeutung der psychischen Gesundheit in der modernen Dienstleistungsgesellschaft und nennen dies „Kultur der Achtsamkeit für Gesundheit“ in Unternehmen (Badura & Steinke 2011).
Nach wie vor sind aufgrund der Struktur der Österreichischen Betriebslandschaft Klein- und Mittelbetriebe, und hier besonders Klein- und Kleinstbetriebe, in den Fokus der Förderungen durch den FGÖ gestellt.
Der FGÖ setzt 2012 einen Schwerpunkt auf Betriebe, die hinsichtlich körperlicher und/oder psychischer Beanspruchung der Mitarbeitenden einen hohen Belastungsgrad aufweisen bzw. die aufgrund eines hohen Anteils von niedrig qualifizierten und/oder gering entlohnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine besondere gesundheitliche Belastung der Zielgruppen aufweisen und bei denen somit ein hoher Bedarf zur Intervention hinsichtlich gesundheitlicher Chancengerechtigkeit besteht.
Weiters sollen Projekte bevorzugt gefördert werden, bei denen folgende Themen respektive Aspekte wesentlich sind:
- Alter(n)sgerechtigkeit
- Gender
- Migration
Auch Projekte von Betrieben bestimmter Branchen, die hinsichtlich der Durchführung von ganzheitlicher Betrieblicher Gesundheitsförderung bislang unterrepräsentiert waren, sollen vorrangig gefördert werden.
Generell können Betriebe aller Branchen eine Förderung durch den FGÖ erhalten. Besonders eingeladen, Förderungen zu beantragen, werden Betriebe, die obige Schwerpunktsetzung erfüllen.
Darüber hinaus unterstützt der FGÖ die Qualitäts- und Nachhaltigkeitssicherung von Betrieblicher Gesundheitsförderung durch eine Kooperation mit dem Österreichischen Netzwerk BGF und seinem dreistufigen Qualitätssicherungsprogramm.
Badura, B. & Steinke, M. (2011): Die erschöpfte Arbeitswelt. Durch eine Kultur der Achtsamkeit zu mehr Energie, Kreativität, Wohlbefinden und Erfolg. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.
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- 02.02.2012 | © FGÖ