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Gesunde Bewegung für ältere Menschen

Älterer Mann beim schneeschuhwandern

Fast alle Menschen wünschen sich, auch im Alter körperlich und geistig gesund zu bleiben. Ein Forschungsprojekt auf europäischer Ebene zeigt, wie dieses Ziel in Zukunft besser erreichbar ist.

Welche körperliche Aktivität ist für welche Gruppe unter den älteren Menschen geeignet? Wie hoch darf und soll körperliche Belastung im Alter sein? Welche Bewegungsangebote gibt es und wie können diese regional, national und auf europäischer Ebene weiterentwickelt werden? Fragen über Fragen, denen im Projekt „European Network for Action on Ageing and Physical Activity“ (EUNAAPA), an dem 24 Institutionen aus 20 europäischen Nationen beteiligt waren, erstmals gezielt nachgegangen wurde. „Im Zentrum des auf zwei Jahre ausgelegten Projekts stand, Expert/innen in diesem Feld zu vernetzen sowie den IST-Zustand in den beteiligten europäischen Ländern zu erheben“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Kolb, Abteilung für Bewegungs- und Sportpädagogik, Zentrum für Sportwissenschaft, Universität Wien, und Leiter des österreichischen EUNAAPA-Teams. 

Die wichtigste Frage war daher zunächst, ob und wie körperliche Aktivität und Funktionsfähigkeit älterer Menschen in den beteiligten Ländern gemessen wird. Kolb zu den Ergebnissen: „Der Ländervergleich ergab, dass die wenigen Assessment-Verfahren, die überhaupt zum Einsatz kommen, sehr unterschiedlich sind. Zudem zeigte sich, dass solche Verfahren bei den Anbieter/innen von Bewegungsaktivitäten kaum bekannt sind.“ Diese Situation sei ein Problem, weil damit die Voraussetzungen fehlten, um vergleichbare Studien zur Beantwortung der eingangs erwähnten Fragen durchführen zu können.

Differenzierte Programme anbieten

Im zweiten Schritt des Projekts wurde erhoben, welche Programme in den beteiligten Ländern bereits bestehen, von wem sie angeboten und vom sie genützt werden sowie was mögliche Erfolgskriterien sind. „Die Ergebnisse für Österreich zeigen, dass sich hierzulande vor allem karitative und soziale Einrichtungen um Bewegungsangebote für ältere Menschen kümmern“, erklärte Projektmitarbeiterin Mag. Christina Steininger. „Die österreichischen Programme sind deutlich psychosozial ausgerichtet, und sie werden zu 75 Prozent von Frauen in Anspruch genommen. Sie sind wenig differenziert und zielen auf die große Gruppe ‚der älteren Menschen’ ab, und damit auf ein Kollektiv, das es genau genommen so gar nicht gibt. Zu groß sind die Altersunterschiede und die Unterschiede bei den Leistungsvoraussetzungen, den Wünschen und Bedürfnissen, um von einer homogenen Zielgruppe sprechen zu können.“ 

Darum, ergänzt Kolb, müssten in Zukunft differenzierte Angebote entwickelt werden, die die individuellen Voraussetzungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen berücksichtigen und so ein gelingendes Altern unterstützen.

Ausblick in die Zukunft 

Dabei ist zu bedenken, dass „gelingendes Altern“ mehr bedeutet, als nur körperlich aktiv zu bleiben. Es ist unumgänglich, in der Gesellschaft ein Altersbild zu etablieren, in dem mit den im Alter auftretenden Verlusten positiv umgegangen wird, das eine Förderung noch vorhandener Ressourcen unterstützt und die spezifischen Kompetenzen Älterer wertschätzt. Langfristig werden sich daher ausschließlich Gesundheitsprogramme bewähren, die multidimensional ausgerichtet sind. Besonders wichtig ist dabei, alle Bereiche und Organisationen zu vernetzen, die einen Einfluss auf das Altern haben.
Es gilt aber auch, lokale Infrastrukturen aufzubauen, um körperliche, geistige und soziale Aktivitäten aller Art für die verschiedenen Gruppen unter den Älteren flächendeckend und wohnortnah zugänglich zu machen.

Im Jänner 2009 wurden mit dieser Zielrichtung zwei weitere EU-Projekte gestartet: IMPALA, das auf eine Verbesserung lokaler Infrastrukturen für Bewegungsaktivitäten in der Freizeit abzielt, und PASEO, in dem im Raum Wien der Aufbau intersektoraler Kapazitäten unterstützt wird. Wie bereits EUNAAPA werden auch IMPALA und PASEO in den beteiligten europäischen Ländern von der Europäischen Kommission gefördert. Auf nationaler Ebene besteht wie bereits bei EUNAAPA eine Zusatzförderung durch den Fonds Gesundes Österreich.

Information und Kontakt: 

Universität Wien, Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Projektleiter:
Univ.-Prof. Dr. Michael Kolb
Tel. 01/42 77-488 10
michael.kolb@univie.ac.at

Zuständige Gesundheitsreferentin
beim FGÖ:
Dr. Verena Zeuschner
Tel. 01/895 04 00-23
verena.zeuschner@fgoe.org

 
 
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