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Interaktiv gegen Sucht und für Gesundheit

In der Szene „Reagenzien“ geht es um ein Alkoholproblem eines Laborangestellten.

„Arbeiten bringt Erfolg“, sagt die Firma. „Rauchen ist ungesund“, sagt der Aufdruck. „Stress macht krank“, sagt die Broschüre. „Übermäßiger Alkoholkonsum ist gesundheitsschädlich“, sagt der Arzt, ...
Das interaktive Theaterprojekt „blauPAUSE“ zur Gesundheitsförderung und Suchtprävention am Arbeitsplatz kann mehr und fragt nach – in am Arbeitsalltag orientierten Forumtheater-Szenen, bei denen das Publikum eingreifen und mitspielen kann. Wie das funktioniert? „blauPAUSE verwendet die Methode des interaktiven Theaters nach Augusto Boal und setzt am Arbeitsalltag der Mitarbeiter/innen an, um sie für verschiedene Themen, wie zum Beispiel Sucht und Stress zu sensibilisieren“, sagt die Projektleiterin Mag. Barbara Supp von  blue|monday  gesundheitsmanagement.

„Gemeinsam mit InterACT, der Werkstatt für Theater und Soziokultur haben wir vier Szenen entwickelt. Diese werden von professionellen Schauspieler/innen gespielt und thematisieren einen Konflikt auf struktureller oder personeller Ebene, für den zunächst keine befriedigende Lösung gefunden wird. In der Folge wird die Szene noch einmal angespielt, und jede/r aus dem Publikum hat die Möglichkeit, Stopp zu rufen, wenn er oder sie meint, eine bessere Lösung zu kennen.“

Ist dies der Fall, so kann die Zuschauerin oder der Zuschauer in die entsprechende Rolle schlüpfen und zeigen, wie es anders gehen könnte. Die Schauspieler/innen reagieren auf die veränderte Situation. Das Publikum kann erkennen, welche Lösungen funktionieren und welche vielleicht auch nicht.

Vier brisante Szenen 

Die bei dem Projekt blauPAUSE, das seit 2004 läuft, bisher entwickelten vier Szenen wurden in verschiedenen Unternehmen im Rahmen von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umgesetzt: „Zündstoff“ thematisiert eine Auseinandersetzung zwischen Raucher/innen und Nichtraucher/innen. „Getriebe“ beschäftigt sich mit Stress und Burnout und in „Tiefdruck“ geht es um Betriebsklima und Führungskompetenz. 

„Reagenzien“ nimmt eine Sonderstellung unter den vier Szenen ein. Hier geht es um ein Alkoholproblem eines Laborangestellten, und weil besonders viel Einfühlungsvermögen und Professionalität notwendig sind, um sich in die Rolle eines Suchtkranken zu versetzen, kann dieser Schauspieler nicht von einem Zuschauer ersetzt werden. Wohl aber darf und soll sich das Publikum in der Rolle der Kolleg/innen oder Vorgesetzten erproben. Die Projektleiterin Mag. Supp betont auch, dass blauPAUSE auf verschiedenen, sich ergänzenden Ebenen ansetzt: „blauPAUSE  kann als Sensibilisierungs- und Informationstool, Diagnose- und Lösungstool, aber auch als Aktivierungs- und Handlungstool eingesetzt werden.“

Individuelle Theaterarbeit 

Dieser Ansatz kommt in Seminaren und Workshops ebenso wie bei größeren Gruppen hervorragend an. „Bis jetzt standen wir noch nie vor der Situation, dass keine Zuschauerin oder kein Zuschauer bereit war, in eine Rolle zu schlüpfen. Falls das doch einmal vorkommen sollte, sind wir aber mit speziellen Tools gerüstet, wie etwa der Möglichkeit einer Regieanweisung durch das Publikum“, zeigt sich der künstlerische Leiter von InterACT, Michael Wrentschur, stolz.
Tatsächlich schätzten die bisherigen Teilnehmer/innen an diesem Projekt vor allem, dass es die Möglichkeit bietet, auch konkret etwas auszuprobieren. Dabei wird auf die individuellen Bedürfnisse jedes Unternehmens Rücksicht genommen. In Form von Pilotprojekten wurde die vom Fonds Gesundes Österreich geförderte Initiative, deren Projektträger die Stadtgemeinde Bruck an der Mur ist, bei renommierten Betrieben wie der voest alpine-Division Bahnsysteme, dem Magistrat Graz, der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse und den Stadtwerken Bruck an der Mur erfolgreich umgesetzt.

Spaß kommt nicht zu kurz 

„Uns ist wichtig zu beachten, um welches Unternehmen es sich handelt und welche Ziele vorgegeben werden“, so Mag. Supp und Wrentschur. „Zudem achten wir sehr darauf, dass die Teilnehmer/innen Beteiligung erfahren und so direkt in die Gesundheitsförderung einbezogen werden.“  Spaß und Unterhaltung kommen dabei nicht zu kurz.  Mag. Supp: „Auch wenn wir Tabuthemen ansprechen, so tun wir das nicht mit erhobenem Zeigefinger. Es muss nicht immer alles ernst ablaufen, sondern es darf und soll auch gelacht werden.“

Information und Kontakt:
blue|monday  gesundheitsmanagement
Mag. Barbara Supp
Tel: 0676/43 80 784
office@bluemonday.at
www.bluemonday.at

 
 
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